Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)
Die Untersuchungsphasen der TCM
Der Gang zum TCM-Arzt
Die Untersuchung durch einen in TCM geschulten Arzt beruht auf einer sehr sorgfältigen Untersuchung des äußeren Erscheinungsbildes und einer umsichtigen Befragung, um Symptome und Krankheitsursachen zu ermitteln.
Tunia - eine traditionelle chinesische Massage
1.: Betrachten
Zu Beginn der Untersuchung prüft der Arzt das allgemeine Erscheinungsbild des Patienten zudem Gesichtsausdruck, Augen, Zunge, Teint, Haltung und Gang. All dies liefert Informationen von den inneren Organen.
2.: Hören und Riechen
In der Phase des „Hörens und Riechens“ konzentriert sich der Arzt auf die Stimme und eventuelle Körpergerüche. All dies liefert Informationen über das harmonische Gleichgewicht der Energie.
3.: Befragen
Hierbei erkundigt sich der Arzt nach speziellen Symptomen und fragt den Patienten, ob er sich heiß oder kalt, hungrig oder durstig, ruhig oder unruhig fühlt.
4.: Abtasten
Im Zentrum des abschließenden Abtastens steht das Pulsmessen an beiden Handgelenken, um anhand der Grundpulse weitere Erkenntnisse zu gewinnen. Hierbei wird unterschieden in großen oder kleinen, tiefen oder oberflächlichen, starken oder schwachen Puls.

Hintergrundwissen zur Traditionellen Chinesischen Medizin
Die Traditionelle Chinesische Medizin (im englisch- und deutschsprachigen Raum auch als TCM bekannt) ist die Heilkunst, die in China vor über 2000 Jahren begründet und über die Jahrhunderte hinweg weiterentwickelt wurde. Zu den therapeutischen Verfahren, die in dieser Medizin zur Anwendung kommen, gehören die Arzneitherapie, die Akupunktur und Moxibustion (Erwärmung von Akupunkturpunkten), die Massage (Tuina Anmo), eine am Wirkmechanismus der Arzneien orientierte Diätetik und Bewegungsübungen wie Qi Gong und Taijiquan.
Die historischen Wurzeln des außergewöhnlichen Yin-Yang-Konzepts verlieren sich in der Vergangenheit. Die erste gesicherte Erwähnung finden Yin und Yang im I Ging, dem Buch der Wandlungen; das aber selbst nur ungenau auf ca. 1000-700 v. Chr. datiert werden kann. Damals standen Yin und Yang für konkrete, alltägliche Dinge – So bedeutete Yin ursprünglich „die unbeleuchtete Seite eines Hügels“, Yang stand für „die beleuchtete Seite eines Hügels“. Man kann sich leicht denken, welche Bedeutung die richtige Lage eines Feldes für die frühe chinesische Agrargesellschaft hatte. Im Laufe der Zeit wurde Yang gleichgesetzt mit dem Sonnenlicht, Yin wurde zum Schatten.
Daraus abgeleitet war bald die Sonne selbst Yang, die Erde und der Mond Yin. Die ständig fortschreitende Abstrahierung und Verallgemeinerung der beiden Begriffe führte so zu vielen weiteren Entsprechungspaaren – etwa den Prinzipien des ‚Schöpferischen‘ (Yang) und ‚Empfangenden‘ (Yin).
TCM besteht aus 5 Behandlungssäulen
Die TCM kennt fünf Säulen der Behandlung, vier Behandlungen finden von außen statt. Dabei wird entweder durch Akupunktur (bzw. Wärmebehandlung mit Moxa), Massage (z. B. Tuina, Gua Sha), Phytotherapie und Ernährung versucht, ein Gleichgewicht der Wandlungsphasen (Wasser, Erde, Holz, Feuer und Metall) herbeizuführen. Die fünfte Säule steht für die aktive Bewegungslehre wie z.B. Taijiquan, Yoga und Qigong. Durch langsame kontrollierte Bewegungen wird eine Steigerung der Achtsamkeit auf den eigenen Körper erlangt, bei längerer und regelmäßiger Anwendung steigern sich Koordination und Flexibilität. Hervorzuheben sind auch die Puls- und die Zungendiagnostik.

